Das Abendmahl erinnert an Jesu letztes Mahl mit seinen Jüngern. Jesus feierte es zusammen mit seinen zwölf engsten Vertrauten im Obergeschoss eines Jerusalemer Hauses in der Nacht vor seiner Verhaftung. Den Beschreibungen dieses Essens kann entnommen werden, dass Jesus mit seinem bevorstehenden Tod rechnete und das Essen für ihn ein Abschied war: was er tat und sagte, hatte testamentarischen Charakter. Während sich das Essen nach dem Muster eines jüdischen Festmahles vollzog, fallen die Worte Jesu, die er beim Austeilen von Brot und Wein sprach, ganz aus diesem Rahmen. Sie zeigen, dass Christus diesem Essen, sich und seinem Tod eine besondere Bedeutung beimaß. Er verstand seinen Tod als Opfer; er identifizierte sich mit den beim Abendmahl gereichten Speisen: Wein und Brot. Durch sein Handeln wird ein neuer Bund zwischen Gott und den Menschen geschlossen, der vor dem Hintergrund des "alten Bundes" zu sehen ist, den Gott mit dem Volk Israel geschlossen hat. Dieser alte Bund ist immer wieder durch menschliche Schuld, durch Eigensinn, Unglaube und Bosheit gestört und gebrochen worden. Jesus sieht durch sein Tun diesen Bruch gekittet. Im Christentum wird seit den Anfängen das Abendmahl gefeiert: die Feier des Abendmahls wird als zentrales Geschehen im Gemeindeleben verstanden und wird mit Gebets- und Lesegottesdiensten verbunden. Im Lauf der Zeit entwickelte sich aus dem Hören auf Gottes Wort (Wortgottesdienst) und dem gemeinsamen Mahl (Eucharistiefeier) die Gottesdienstform der Messfeier. Wegen unterschiedlicher Interpretation des Abendmahlgedankens gibt es leider noch kein gemeinsames Abendmahl über die konfessionellen Schranken hinweg. Nicht zuletzt ist dies Ziel und Absicht jedes ökumenischen Dialogs. Synonyme sind z. B. Abendmahlsfeier, Altarsakrament, Eucharistie, Kommunion. |