Die vier Sonntage im Advent unterstreichen den doppelten Charakter des Wartens: Warten auf die Ankunft (lat. adventus) Jesu und Warten auf seine erhoffte Wiederkehr am Ende der Zeiten. Der erste Adventsonntag ist der vierte Sonntag vor dem 25. Dezember. Die Dauer dieser weihnachtlichen Vorbereitungszeit orientiert sich an der alttestamentarischen 40er Zahl: Vierzig Jahre wanderte Moses mit den Israeliten durch die Wüste, vierzig Tage fastete Jesus in der Wüste und vierzig Tage Fastenzeit sind auch vor Ostern vorgeschrieben. Zählt man die 40 Tage nach dem ersten Adventstag weiter, so kommt man auf den 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn, auch Drei Königs Fest genannt. Es ist noch heute das eigentliche Weihnachtsfest der Ostkirche und in vielen südlichen Ländern beispielsweise wird erst an diesem Tag der Brauch des Verteilens von Geschenken begangen. Durch diverse Kalenderreformen in den europäischen und nordischen Ländern entwickelte sich jedoch eine andere Zählung und seitdem ist "unser" Weihnachtsfest bereits mit dem Heiligen Abend am 24. Dezember gekommen. Jeder Adventssonntag hat sein eigenes Gepräge und gestaltet so die weihnachtliche Vorgeschichte: 1. Advent: Einzug Jesu in Jerusalem, 2. Advent: Wiederkunft Christi, 3. Advent: Johannes der Täufer (Vorläufer Jesu), 4. Advent: Maria (Mutter Jesu). An jedem Sonntag wird eine weitere Kerze auf dem Adventskranz entzündet. Synonyme: Adventszeit, Vorweihnachtszeit |