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Befreiungstheologie
Die befreiungstheologischen Ansätze haben ihre Wurzeln in Ländern der Dritten Welt, in denen Menschen in Unterdrückung und Abhängigkeit leben. In Lateinamerika wurde in den sechziger Jahren der Versuch unternommen, gesellschaftspolitische Fragen im Lichte der biblischen Botschaft zu behandeln und eine direkte Verbindung zwischen Erlösung und politischer Befreiung zu sehen. Gustave Gutierrez sprach 1968 erstmals von "Theologie der Befreiung". In der traditionellen Theologie wird versucht, das heilende Tun Jesu an den Menschen unter dem Stichwort "Erlösung" zu beschreiben. Die so genannte Befreiungstheologie glaubt hingegen, dieses Tun mit dem Wort "Befreiung" noch besser und zeitgemäßer übersetzen zu können. Das Zeugnis der Bibel bekräftigt, dass Gott tatsächlich ein befreiender Gott genannt werden kann - angefangen bei den Erfahrungen des Volkes Israel in der Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens bis zur Solidarisierung Jesu mit den Armen, Hungernden, Versklavten und Unterdrückten in der Bergpredigt. Die Befreiungstheologie will aber ganz bewusst nicht bloß "Text" sein, sondern befreiende Praxis. Kritik erfuhr und erfährt die Befreiungstheologie immer dort, wo sie nicht mehr "Brücke" zum politischen Handeln ist, sondern Gefahr läuft, von Politik instrumentalisiert zu werden und damit ihre überpolitische Identität zu verlieren.
 



 
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