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Beichte
Die (katholische) Beichte wird auch Sakrament der Vergebung, der Buße und der Versöhnung genannt. In der Beichte vergibt Jesus dem Büßer seine Sünden durch die Worte des Priesters. Nur ein geweihter Priester hat die Vollmacht, das Beichtsakrament als Beichtvater zu spenden. Die Beichte ist eines von den sieben Sakramenten der katholischen Kirche. Durch den Empfang des Sakraments der Vergebung sind zwar die Sünden des Menschen vergeben, nicht jedoch die Sündenstrafen - also die Auswirkungen der Sünde. Diese Strafen können jedoch durch Gebet, gute Werke, Teilnahme an der Hl. Messe, Wallfahrten, Almosen und Ähnliches getilgt werden. Die Kirche gewährt für manche dieser Tätigkeiten einen sog. Ablass, was die teilweise (Teilablass) oder vollständige (vollkommener Ablass) Wegnahme der Sündenstrafen bedeutet. Auch in der evangelischen Kirche wird das Bekennen von Sünde als Beichte bezeichnet. Dies kann durch einen Einzelnen oder in der Gruppe geschehen. Lange Zeit hatte die Beichte in der evangelischen Kirche jedoch keinen hohen Stellenwert. Erst im 19. Jahrhundert gab es Ansätze zu einer Neuentdeckung der Einzelbeichte und im 20. Jahrhundert brach Dietrich Bonhoeffer in seiner Schrift "Gemeinsames Leben" eine Lanze für die Beichte. Er sah in der Beichte einen Durchbruch zur Gemeinschaft, denn die Schuld macht einsam und isoliert Menschen untereinander sowie in ihrer Beziehung zu Gott. Erst durch die Beichte werden neue Brücken geschlagen. Der Deutsche Evangelische Kirchentag in Frankfurt/Main gab 1956 einen Impuls zur Beschäftigung mit der Beichte. Entscheidend sei bei der Beichte, dass herausgestellt wird, dass das Bekenntnis der Sünde nicht die Hauptsache ist, sondern der Zuspruch der Vergebung. Unter dieser Voraussetzung verliere das Sündenbekenntnis seinen demütigenden Charakter. Nur von der Vergebung her kann ein Neuanfang gewagt werden, nur von ihr her kann er auch gelingen.
Synonyme: Bekenntnis, Eingeständnis, Geständnis, Offenbarung, Schuldbekenntnis, Sündenbekenntnis, Sündenbereuung
 



 
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