Das Bibellexikon definiert Bibliodrama wie folgt:
Beim Bibliodrama handelt es sich um die „dramatische“ Aneignung und Umsetzung biblischer Texte. Dabei sind sehr unterschiedliche Methoden und Akzente möglich, so dass es DAS Bibliodrama nicht gibt. Allen Richtungen gemeinsam ist ein ganzheitliches und erfahrungsorientiertes Arbeiten in Gruppen unter Einbeziehung des Körpers und mit Einsatz kreativer Elemente, von Gestus über Stimme und Klang bis hin zu Farbe und Form.
Die Identifikation der Teilnehmenden im szenischen Spiel mit Situationen, die in der Bibel geschildert werden, befähigt, die in den Bibeltexten enthaltenen menschlichen Grunderfahrungen nachzuvollziehen und dadurch das eigene Leben tiefer zu verstehen und zu gestalten. So geschieht eine wechselseitige Auslegung von Lebenssituation der Teilnehmenden und Bibeltext. Bibliodrama ist prozessorientiert und dabei von den Möglichkeiten der Texte, der Teilnehmenden – sowohl als Individuen als auch als Gruppe – und der Leitenden abhängig.
Das Ziel, ein lebendiges Bibelverständnis zu erreichen, das die Teilnehmenden und ggf. die Zuschauenden existenziell angeht, verbindet die verschiedenen Ansätze. Im Unterschied zum Bibeltheater will Bibliodrama nicht illustrativ einen Bibeltext nachspielen, sondern zur Vergegenwärtigung führen. |