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Fegefeuer
Die Vorstellung eines Fegefeuers gehört zu dem Bereich eines Lebens nach dem Tod. Anders als manche Sekten und spiritistische Lehren gibt sich der christliche Glaube zu diesem Themenkomplex sehr zurückhaltend. Lehren sind sehr sparsam.

Grundüberzeugung ist, daß der Mensch nach seinem irdischen Tod dank Gottes neuerlichem schöpferischen Eingreifen zum (nun ewigen) Leben auferweckt wird. Korrekter wäre es, von einer Neuschöpfung zu sprechen, damit deutlicher wird, dass der Mensch nicht aus sich heraus "unsterblich" ist.

Zweite Grundüberzeugung ist, dass dieser "neu geschaffene" Mensch identisch ist mit dem Verstorbenen: Seine Geschichte, sein Leben, er als Person mit seinen Erinnerungen und Beziehungen, seinen Erfahrungen und Taten, seinen Verdiensten und seiner Schuld lebt weiter. Es gibt eine Kontinuität der Identität.

Und schließlich die dritte Grundüberzeugung, die biblisch im Bild des "Gerichtes" umschrieben wird: Das irdische Leben ist für den Verstorbenen nicht folgenlos. Im Guten wie im Fehlen ist er der "endgültig", der er ein Leben lang geworden ist. So tritt er seinem Schöpfer entgegen. In dieser Begegnung wird er erkennen, wer er hätte sein sollen und sein können.

Hier ist der (Bewußtseins-) Zustand, den wir uns als "Fegefeuer" vorstellen können. Diese Begegnung mit sich selbst wird die eigenen Defizite "schmerzlich" erkennbar machen. Aus dieser Grundidee stammen dann auch (allerdings in einer uns heute fremd gewordenen Volksfrömmigkeit heraus ) die bildhaften Vorstellungen eines "feurigen, schmerzhaften" Prozeßes.

(aus www.internetseelsorge.de, der Website der katholischen Glaubensinformation e. V.)
 



 
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