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Frauenordination
Die römisch-katholische Kirche lehnt nach wie vor die Frauenordination ab. Im katholischen Kirchenrecht und im Katechismus heißt es lapidar: “Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann.”

Anders dagegen in den evangelischen Kirchen und der anglikanischen Kirche. Die Einführung der Frauenordination – die Übertragung des Kirchenamtes an Frauen mit den Aufgaben der Verkündigung des Evangeliums und der rechten Verwaltung der Sakramente – erfolgte in diesen Kirchen nach jahrzehntelangen Diskussionsprozessen.

Evangelische Kirche:
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) führt als Begründung die biblisch verankerte gleiche Würde von Mann und Frau im Gottesverhältnis an. Zwar bedeute Gleichwertigkeit der Geschlechter nicht Gleichartigkeit, doch könne dies nicht als Argument gegen die uneingeschränkte Zulassung von Frauen zum Verkündigungsdienst gelten. Jesus habe unterschiedslos Männer und Frauen in seinen Dienst gerufen. Gottes Erlösungshandeln in Jesus Christus schaffe eine neue Freiheit der Kinder Gottes. Diese überwinde auch die bisherige Benachteiligung der Frau (Stellungnahme “Frauenordination und Bischofsamt” der EKD). 1952/53 regelte erstmals ein Kirchengesetz die Ordination von Theologinnen, wobei es immer noch unterschiedliche berufliche Einschränkungen in West- und Ostdeutschland gab.

Altkatholiken:
Die Deutsche Bistumssynode der Altkatholiken beauftragte im Mai 1989 ihren Bischof, die Frau in das priesterliche Amt einzubeziehen und sich deshalb auf der Internationalen Alt-Katholischen Bischofskonferenz dafür einzusetzen. Genau sieben Jahre später weihte in Konstanz der Bischof des alt-katholischen Bistums in Deutschland zum ersten Mal zwei Frauen zu Priesterinnen. Nach alt-katholischem Verständnis sind alle durch die Taufe zum Priestertum aller berufen und damit grundsätzlich auch liturgie- und ordinationsfähig.

Anglikaner:
Bereits 1944 empfing in Hongkong die erste Frau in der Anglikanischen Kirche die Priesterweihe. Die Mutterkirche der weltweiten Anglikanischen Gemeinschaft, die Kirche von England, stellte erstmals 1975 in einer Generalsynode fest: Es gebe keine grundlegenden Einwände gegen die Frauenordination. Das rechtliche Verfahren zur Verwirklichung der Weihe von Frauen blieb ungeklärt. Die Generalsynode entschied im November 1984, das Gesetzgebungsverfahren einzuleiten. Nach Zustimmung durch die Königin fand die erste anglikanische Weihe von Priesterinnen am 12. März 1994 in Bristol statt.

(aus www.internetseelsorge.de)
 



 
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