Das Leiden beschreibt eine wesentliche Grundbefindlichkeit des Menschen. Es beschreibt seine Verletzlichkeit und seine Endlichkeit. Auf die Frage, warum es Leid gebe, darauf findet sich in der Bibel keine Antwort. Der Glaube bewährt sich im Leiden, trotz oder wegen allen Leidens. Das lässt sich von jenen Menschen lernen, die ihr individuelles Leiden mit ihrem Glauben an Gott eng in Verbindung brachten. Gott ist ein solidarischer Gott - er freut sich mit den Fröhlichen und er leidet mit den Verzweifelten. Das bleibt der einzige Trost, die einzige Hoffnung in allem Leiden. Außerdem ist das Leiden so etwas wie der „Fels des Atheismus“. Nichts spricht mehr gegen die Existenz eines guten, liebenden Schöpfergottes, als das Leid, die unverschuldete Not, die unter Schmerzen stöhnende hilfslose und ohnmächtige Kreatur. Philosophie und Theologie haben es über die Geschichte versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden. Der Mathematiker Leibnitz versuchte in einer logischen Beweisführung nachzuweisen, dass Gott mit dieser Welt die wohl denkbar bestmögliche geschaffen hat, trotz aller ihrer Fehler. Versuche, Gott zu rechtfertigen, nennt man gewöhnlich "Theodizee". Der Glaube weist uns darauf hin: Der Mensch ist frei und er kann daher auch Böses tun. Und warum dann hat Gott den Menschen so frei erschaffen? Weil der Mensch lieben können sollte, sich selbst, seine Mitmenschen und vor allem auch: Gott. Liebe kann aber nur in und aus Freiheit entstehen. Zwang und Unfreiheit sind der sichere Tod jeder Liebe. Wenn aber durch dieses "Tor der Freiheit" das Böse in die Welt kommt, ist dann der Preis für die Liebe nicht zu hoch? Jesus von Nazareth setzt einen anderen Akzent: Das Problem des Leides, der Ungerechtigkeit und des Bösen lässt sich nicht durch logische Erklärungen lösen, sondern durch Hilfe, menschliche Nähe und Solidarität. Wo immer es möglich ist, muss Leid und Unrecht beseitigt werden. Synonyme: Armseligkeit, Armut, Bedürftigkeit, Beschränkung, Besitzlosigkeit, Crux, Elend, Entbehrung, Geldnot, Gram, Herzeleid, Herzweh, Jammer, Kargheit, Knappheit, Kreuz, Krise, Kummer, Kümmernis, Last, Marter, Martyrium, Misere, Not, Notstand, Pein, Qual, Schmerz, Seelenschmerz, Sorge, Trauer, Trostlosigkeit, Trübsal, Unglück, Verelendung, Verzweiflung, Weh, Ärmlichkeit |