Die Vorstellungen über den Teufel, das personifizierte Böse, sind maßgeblich im AT geprägt und meinen damit den Gegenspieler (den Widersacher) Gottes, den abgefallenen Engel (Beelzebul).
Dem Teufel wird eine gewisse Macht über den Menschen (Versuchungen) zugewiesen, die aber durch die Erlösungstat Christi eingeschränkt wird. In neuerer Zeit nehmen durch die stärkere Versachlichung und damit einhergehende Entpersonifizierung des Elementes des Bösen demgegenüber extreme religiös motivierte Sektenanschauungen zu, die an einer expliziten Personifizierung (Luzifer, der Satan) festhalten.
Eine eigene Lehre vom Teufel kennt die Kirche nicht. Sie bleibt - auch aus der weithin fehlenden Textgrundlage der Bibel weithin im Unklaren über dieses Phänomen und nimmt ihre lehramtlichen Äußerungen sehr zurückhaltend vor. Ähnlich wie beim "Reden von Gott" die Theologie daran festhält, daß Gott unserem Begreifen immer Geheimnis bleiben muß und daß jede platte begrifflich-rationale Vereinnahmung an Gottes Wirklichkeit vorbeizielt, so gilt dies auch vom "Teufel".
Das menschliche Denken und Begreifen bedient sich der Begriffe Gott und Teufel als "Symbole", die auf eine reale Wirklichkeit verweisen, sie kennzeichnen, sich ihr annähern, ohne sie aber "definitiv" ("abschließend") in den (Be-)Griff zu bekommen. Die mit Gott und Teufel gemeinten und angezielten Wahrheiten bleiben "offen"; sie stehen in einem Wechselverhältnis zur jeweiligen individuellen und sozialen Lebenserfahrung und Lebensdeutung.
(aus www.internetseelsaorge.de, der Website der katholischen Glaubensinformation e. V.) |