Bereits in frühesten kulturreligiösen und naturphilosophischen Zeugnissen sind immer wieder Hinweise auf zahlensymbolische Deutungen der Natur und der den Menschen umgebenden Elemente (Kosmos) überliefert. Dies gilt auch für den orientalischen Kontext im allgemeinen, so wie den jüdisch-christlichen im besonderen.
Mit den beobachtbaren Zahlen wird auf Ordnungsprinzipien und Sinn in der Schöpfung Gottes hingewiesen, daraus spekulativ dann auch auf Ziele und zukünftig zu erwartende Ereignisse geschlossen. Folgende Zahlen haben eine besondere Wichtigkeit: 1 - Die Zahl des Einen, Unteilbaren. Zahl für das Göttliche schlechthin. 3 - Zahl der für das Umfassende (Vater, Mutter, Kind), wird neutestamentlich Zahl der Trinität (Vater, Sohn, Geist), der umfassend verstandenen Gottheit 7 - Zahl der früher bekannten Planeten in unserem Sonnensystem und Symbol für die Zahl der Schöpfungstage (Siebenarmiger Leuchter), wird ntl. zur Zahl der Sakramente, Zahl der Tugenden 12 - Zahl der Tierkreiszeichen und Zeiteinteilung (Monate, Stunden), ist atl. Zahl der Stämme Israels, ntl. Zahl der Jünger Jesu 40 - Zahl der Jahre der Verbannung der Israeliten, später Zahl der Fastentage vor Hochfesten, 40 Tage Fasten Jesu in der Wüste.
Häufig sind an das Vielfache einzelner hervorgehobener Zahlen weitere Steigerungsformen angelehnt. Schon sehr früh ist den Menschen aufgefallen, wie sehr Zahlen und Zahlenverältnisse sie selbst (Körper, Gliedmaßen, Symetrie), die umgebende Welt (Raum/Zeit), Leben und Natur bestimmen (Tag und Nachtwechsel, wiederkehrende Mond- und Gestirnsphasen, Jahreszeiten). Sie suchten Sinn und Grund hinter dem reinen Rechenwert. Es war nicht zuletzt die Welt der Musik und der Klänge, die diese Spekulationen provozierte: Denn dieselben Töne, die das Herz des Menschen bewegen und seine seelische Gestimmtheit beeinflussen konnten, ließen sich auf Zahlen zurückführen (Schwingungen, Amplituden, Frequenzen).
Besonderen Einfluß auf die Zahlenmystik hatte die Kabbala (mystische Geheimlehre des Judentums). Das Wissen der Bedeutungen der Zahlen und die Möglichkeit der Kombination wurde zu einem Instrument magischer Welterkenntnis und magischer Machtausübung. Die Kabbala entstand um 1200 in der Provence.
(aus www.internetseelsaorge.de, der Website der katholischen Glaubensinformation e. V.) |