Der Dekalog (deka = zehn; logos = Wort) ist nicht nur ein Fundament des jüdischen Glaubens und in dieser Tradition auch des christlichen Glaubens: In den 10 Geboten drückt sich ein Ethos aus, das in fast allen Religionen und Kulturen Entsprechungen findet und das sich trotz seiner archaischen Wurzeln (8. bis 6. Jhdt. v. Chr.) mit dem modernen Menschenrecht verbinden lässt. Die heilige Schrift versteht diese "Gebote" als Hilfe zu einem Leben in Freiheit - und Gerechtigkeit. Sie sind zentraler Inhalt des Bundes zwischen Gott und den Menschen und damit eingebunden in die Tradition der Befreiung Israels aus der Sklaverei Ägyptens (Exodus). Und schließlich sind die zehn Gebote Ausdruck der Fürsorge Gottes für sein Volk. In der Bibel gibt es zwei Fassungen des Dekalogs: Eine kürzere Fassung im Buch Exodus (2. Buch Mose) Kapitel 34 und Deuteronomium (5. Buch Mose) Kapitel 10. Die an der Exodusfassung orientierte leicht einprägsame Zusammenstellung lautet:
Ich bin der Herr Dein Gott, der dich aus Ägypten herausgeführt hat, aus dem Sklavenhaus. 1. Du sollst neben mir keine fremden Götter haben. Du sollst dir kein Gottesbild machen. 2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes nicht missbrauchen. 3. Denk an den Sabbat: Halte ihn heilig. 4. Ehre Vater und Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt. 5. Du sollst nicht morden. 6. Du sollst nicht Ehe brechen. 7. Du sollst nicht stehlen. 8. Du sollst nicht lügen. 9. Du sollst nicht falsch gegen einen anderen aussagen. 10. Du sollst nicht nach dem Hab und Gut deines Nächsten verlangen. |