Sunshine

Letzte Dinge auf dem Weg zur Sonne: durchwachsene aber weiterbringende Science Fiction.
R: Danny Boyle
Großbritannien 2007, 107 Minuten
FSK: ab 12
Kinostart: 4/2007
Mitte des 21. Jahrhunderts gilt es mal wieder die Welt zu retten: Die Sonne scheint nicht mehr richtig, auf der Erde herrscht solarer Winter. Acht Männer und Frauen sind also auf einer Raummission zur Sonne, in die sie eine gigantische Atombombe schießen wollen, um dort die Kernfusion wieder anzuregen. Soweit der zugegebenermaßen unsinnige Plot, der glücklicherweise nur eine Bühne für die eigentliche Handlung bietet.
Leider gibt es in dem Film nicht wenig Überflüssiges, Albernes, wie das plötzliche Auftauchen einer ominösen neunten Person an Bord; aber diese Anteile sind nicht so erdrückend, als dass man nicht großzügig über sie hinwegsehen könnte.
Wenn man an diesen Film also wohlgesonnen herangeht, ist er durchaus einer, der weiterbringen kann: Zum erstenmal seit langem hat man das Gefühl, dass Protagonisten in großer Mission sich bewusst sind, was sie tun. Und so geht es mehr um das Innenleben der Icarus II: acht Astronauten und Wissenschaftler, in völliger Isolation, auf einem Himmelfahrtskommando. Die Pracht der Sonne (großartige Bilder übrigens!), deren Anziehungskraft sich die Besatzung immer weniger entziehen kann. Und nach und nach entwickelt sich die Reise zu einem Gott-Gegenübertreten, ohne dass der Film explizit werden müsste.
Diese Erfahrung der letzten Dinge ist es, die den Film zu einer wirklichen Bereicherung machen.
Verfasser: Jakob Milla
