10.04.07 - Von: Marcus H. Rosenmüller
Wer früher stirbt, ist länger tot
„Wer früher stirbt, ist länger tot“ verknüpft als urbayerischer und urkatholischer Film in einer wunderbar leichten Inszenierung theologische Fragen nach Sünde und Vergebung, Tod und Jenseits mit knochentrockenem Humor.
R: Marcus H. Rosenmüller
Deutschland 2006, 102 Minuten
Auf DVD ab 4/2007
Das Spielfilmdebüt von Marcus H. Rosenmüller (Bayerischer Filmpreis 2006, bester Film, beste Regie (Nachwuchs)) zeigt die Welt konsequent aus der Sicht des 11-jährigen Sebastian. Als der Bub vom Tode seiner Mutter bei seiner eigenen Geburt erfährt, fühlt er sich schuldig. Für Sebastian gibt es fortan nur noch zwei Möglichkeiten, dem Fegefeuer zu entgehen: entweder unsterblich werden, oder sich von seinen Missetaten reinigen und für seinen Vater Lorenz endlich eine neue Frau finden. Dazu holt er sich im Gasthof seines Vaters von vier Stammtischbrüdern manchen Ratschlag, und auch von seiner Mutter bekommt Sebastian ein „himmlisches“ Zeichen.
In seinem Abschlussfilm für die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) gelingt es Rosenmüller, Sebastians kindliche Fantasie in traumhafte Bilder umzusetzen – so erscheint etwa das Jüngste Gericht als herrlich surreales Bauerntheater. „Wer früher stirbt, ist länger tot“ verknüpft als urbayerischer und urkatholischer Film in einer wunderbar leichten Inszenierung theologische Fragen nach Sünde und Vergebung, Tod und Jenseits mit knochentrockenem Humor.
Die limitierte DVD-Edition bietet über das übliche Bonusmaterial hinaus eine aufschlussreiche Erklärung der Spezialeffekte und insbesondere einen 120 Seiten starken Polyglott-Sprachführer.
Ungekürzte Fassung, mit freundlicher Genehmigung des Autors José García www.textezumfilm.de
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