Die Spiritualität des "Kleinen Weges" ist eine wertvolle Orientierung im Alltag. Kurz vor ihrem Tode sagte Th. v. Lisieux: "Ich fühle, dass meine Mission beginnt, Gott so lieben zu lehren, wie ich ihn liebe, und den Menschen meinen kleinen Weg zu geben, den Weg der geistlichen Kindschaft, des Vertrauens und der restlosen Hingabe." |
Thereses Leben, von früher Jugend an bis zu ihrem Kreuzweg und der Verklärung: unscheinbar klein und ohne große Taten verwandelte sie die Welt - aber ihr Wirken kann auch unser Leben verwandeln. Ihre Geschichte geht uns an und lädt zur Nachahmung ein. Durch Papst Pius XI. wurde Therese 1925 heilig gesprochen und 1997 zur Kirchenlehrerin ernannt.
Durch geistliche Impulse und Betrachtungen werden sie in das Leben, Handeln und Lieben der hl. Therese von Lisieux eingeführt. Zur Vertiefung dienen ihre persönlichen Texte und Notizen zur Nachfolge auf ihrem „Kleinen Weg“. Die Mosaiksteine des "Kleinen Weges" sind: - Mich selber größer zu machen ist unmöglich! Ich muss mich ertragen wie ich bin. - Es ist gar nicht nötig, durch mein eigenes Bemühen wachsen zu wollen. - Jesus verlangt von mir keine großen Taten, sondern nur Hingabe und Dankbarkeit. - Ich habe kein anderes Mittel, um Gott meine Liebe zu beweisen, als aus Liebe zu ihm auch die allerkleinsten Dinge zu tun. - Ich lasse mich wegen meiner Fehler nicht entmutigen.
Einzelelemente sind: Vorträge, Stundengebet, Eucharistische Anbetung, Austauschrunde, Beichtgelegenheit, Episoden aus dem Leben der Heiligen.
Auszug aus www.heiligenlexikon.de: Das Manuskript B zeigt uns, wie Thérèse an einem Tag im Sommer 1896 die Kapitel 12 und 13 des ersten Korintherbriefes auf der Suche nach einer Antwort betrachtet. Und der Heilige Geist schenkt ihr Licht und Frieden! Sie begreift, wie die Liebe, die Paulus den Weg nennt, der "die vollkommensten Gaben" übersteigt, die treibende Kraft der Kirche ist. Wie die Vitalität des physischen Leibes vom Pulsschlag des Herzens abhängt, so lebt der mystische Leib Christi, der die Kirche ist, von der göttlichen Liebe, aus der die Herzen der Menschen schöpfen können, für sich selbst und für die anderen. Die Liebe ist die Gabe Gottes, die dem Wort und den Sakramenten der Kirche Leben schenkt - und die auf sehr verborgenen Wegen wirken kann.
Ich erkannte, dass die Liebe allein die Glieder der Kirche in Bewegung setzt, und würde die Liebe erlöschen, so würden die Apostel das Evangelium nicht mehr verkünden, die Märtyrer sich weigern, ihr Blut zu vergießen... Ich begriff, dass die Liebe alle Berufungen in sich schließt, dass die Liebe alles ist, dass sie alle Zeiten und alle Orte umspannt ... mit einem Wort, daß sie ewig ist! ... Da rief ich im Übermaß meiner überschäumenden Freude: O Jesus, meine Liebe ... endlich habe ich meine Berufung gefunden, meine Berufung ist die Liebe! ... Ja, ich habe meinen Platz in der Kirche gefunden, und diesen Platz, mein Gott, den hast Du mir geschenkt... Im Herzen der Kirche, meiner Mutter, werde ich die Liebe sein ... So werde ich alles sein ... So wird mein Traum Wirklichkeit werden!!!(B 200/201).
Thérèse verfolgt auch ihr früheres Ideal weiter: die Liebe, in der Fülle der Heiligkeit. Aber diese Liebe erhält hier ihre apostolische Fülle. Das einstige Ideal wird in einem umfassenderen Sinn verstanden. Thérèses Gemeinschaftssinn wird jede Grenze überschreiten, ihre Liebe zu Jesus und zu Seinem Reich wird tief wie das Meer, weit wie der Meeresstrand, treu bis in den Tod. [Copyright 1995 Verlag Christliche Innerlichkeit, Wien.] |